Smallest Rocrail-Server Ever II

Update vom 22. November 2019
Seit heute ist eine neue Gehäuseversion V25 verfügbar, die etwas höher baut, dafür aber mehr Platz für den Elko der Gleisbox-Platine bietet. Außerdem ist die WLAN-Buchse versetzt und für die Status-LED gibt es eine Aussparung über dem Netzteilanschluß. Um die Stabilität zu verbessern wird das neue Gehäuse an allen vier Ecken verschraubt.

Der kleinste Rocrail-Server passt in die Märklin Gleisbox und stellt damit einen vollständige Modellbahnsteuerung dar. Der Clou dabei ist, dass auch diese Steuerung mit der Freeware RemoteCS2 kompatibel ist. Vieles erinner dabei an die BananaPi-Lösung, die ich euch schon hier vorgestellt hatte. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn auch dieses private Projekt ohne Gewinnerzielungsabsicht stammt von Gerhard Bertelsmann!

SRSEII mit MS2

Der Smallest Rocrail-Server Ever II basiert auf einer kleinen Zusatzplatine für die Märklin Gleisbox. Auf ihr ist ein Microcontroller und ein Omega2+ IoT-PC untergebracht, außerdem Anschlüsse für LAN, S88-Bus und den CAN-Bus. Obendrein enthält der Omega2+ ein integriertes WLAN-Modul, so dass man sich auch gleich noch einen WLAN-Router spart.

Die Software stellt Gerhard Bertelsmann wie gehabt auf seiner Homepage bereit: http://lnxpps.de/can2udp/srseII/

Die Platine kann man ebenfalls direkt bei Gerd beziehen, einen fertigen Einkaufskorb für die elektronischen Bauteile stellt er ebenfalls bereit. Und dann geht es an das Löten der Bauteile. Das ist allerdings nur für geübte Künstler am Lötkolben zu empfehlen, da die Elkos, Widerstände und der PIC recht kleine Käfer sind.

Gehäuse

Ein Modellbahnkollege hat darüber hinaus ein Gehäuse entworfen, welches man sich mit einem 3D-Drucker selber ausdrucken kann. Dabei sind die Aussparungen für die Buchsen für LAN, CAN und S88 schon vorgesehen, ebenso eine Sollbruchstelle für die WLAN-Antenne.

Hier sind nun ein paar Bilder von meinem Aufbau:

Unten die Gleisbox-Platine, im Deckel die SRSEII-Platine
SRSEII – von mir schon teilweise bestückt

Beim Einbau der Platine in das Gehäuse muss man ein paar Stellen beachten:

Der Elko C18 darf nicht stehend montiert werden, er kollidiert mit der MS2-Buchse! Daher den Elko, anders als im Foto dargestellt, um 90° nach rechts oder links liegend einbauen!
WLAN Antennenanschluss: In diesem Bereich stört ein wenig der große Elko der Gleisbox-Platine. Den Elko kann man aber leicht ein wenig nach außen biegen, so dass es hier kein Problem gibt.
SRSEII-Platine im Deckel verschraubt

Seit heute ist eine neue Gehäuseversion V25 verfügbar, die etwas höher baut, dafür aber mehr Platz für den Elko der Gleisbox-Platine bietet. Außerdem ist die WLAN-Buchse versetzt und für die Status-LED gibt es eine Aussparung über dem Netzteilanschluß. Um die Stabilität zu verbessern wird das neue Gehäuse an allen vier Ecken verschraubt.

Downloads und Links

SRSEII: http://lnxpps.de/can2udp/srseII/
Gehäuse-STL-Dateien
siehe Neues Gehäuse für den SRSE II

Software-Anpassungen

Die Dateien auf dem Omega2+ sind wie beim BananaPi auch über einen SFTP-Client (SCP-Protokoll) zugänglich, als Konsole kann man die Telnet-Konsole auf der Omega2+-Weboberfläche nehmen oder einen beliebigen Telnet-Client, z.B. MobaXterm.

WLAN-Funktion

Mit dem eingebauten WLAN-Modul stellt der SRSEII eine kleine WLAN-Modellbahnsteuerung dar, über die man die Modellbahn mit seinem Smartphone oder Tablet steuern kann. Geradezu ideal z.B. für einen Modellbahnstammtisch!

Damit das WLAN-Modul mit dem can2lan-Treiber zusammenarbeitet, ist in der Datei /etc/init.d/can2lan folgende Änderung vorzunehmen:
Statt der Zeile
can2lan -T30 -mc /www/config -b eth0
habe ich die dritte Zeile als Basis genommen und die Wartezeit wie oben hinzugefügt:

can2lan -T30 -mc /www/config -b br-wlan
# can2lan -T30 -mc /www/config -b eth0
# can2lan -m -c /www/config -b apcli0
# can2lan -m -c /www/config -b br-wlan

Mit dieser Änderung startet can2lan zuverlässig nach 30 Sekunden auf dem WLAN-Modul.

Konfiguration der LAN-Port Status-LEDs

Eine sehr schöne Funktion ist die Möglichkeit, die LAN-Port Status-LEDs zu konfigurieren. Dies geschieht über die Datei /etc/config/system:

config system
	option timezone 'CET-1CEST,M3.5.0,M10.5.0/3'
	option zonename 'Amsterdam, Berlin, Bern, Rome, Stockholm, Vienna'
	option ttylogin '0'
	option log_size '64'
	option urandom_seed '0'
	option cronloglevel '8'
	option hostname 'GleisBox'

config timeserver 'ntp'
	option enabled '1'
	option enable_server '0'
	list server '0.lede.pool.ntp.org'
	list server '1.lede.pool.ntp.org'
	list server '2.lede.pool.ntp.org'
	list server '3.lede.pool.ntp.org'

config led
	option name 'On'
	option default '0'
	option sysfs 'omega2p:green:link'
	option trigger 'heartbeat'
 
config led
	option name 'Activity'
	option default '0'
	option sysfs 'omega2p:amber:activity'
	option trigger 'netdev'
	option dev 'br-wlan'
	option mode 'link rx tx'

Entscheidend sind die beiden Blöcke “config led”.

Im ersten dieser Blöcke habe ich der grünen LED die Option trigger ‘heartbeat’ gegeben. Diese LED zeigt an, dass das System hochgefahren und bereit ist.

Im zweiten config led Block habe ich der gelben LED die Funktion zugeordnet, dass sie bei Aktivität auf der WLAN-Schnittstelle blinken soll, und zwar für bestehenden Link, Empfang und Senden von Daten. So kann ich sehen, ob von der App RemoteCS2 über den integrierten Access-Point der Gleisbox Daten gesendet oder empfangen werden.

Modellbahnsteuerung

Der Smallest Rocrail-Server Ever II (SRSEII) enthält einen vollständigen Rocrail-Server, was der Name ja schon sagt. Für mich viel interessanter aber ist, dass ich mit dem SRSEII die Modellbahn nicht nur über die an der Gleisbox angeschlossenen MS2 steuern kann, sondern dass auch die kostenlose Android-App RemoteCS2 den SRSEII als CS2 erkennt. Die Modellbahn lässt sich also wie beim BananaPi auch über fast beliebig viel Android-Smartphones oder -Tablets steuern.

Lokliste von der MS2 einlesen

Um die Lokliste von der MS2 einzulesen, muss man lediglich eine Lok mit dem Namen “Lokliste” auf die Digitaladresse MM1 anlegen.

In der Datei /etc/init.d/clone-ms2-loco muss noch folgende Änderung vorgenommen werden:

start() {
	# clone every 5 minutes
	# clone-ms2-loco -t 500
	# clone on FO loco Lokliste
	clone-ms2-loco -vnk
	# usining LED on PI14 and push button on PI10	

Das geänderte Kommando “clone-ms2-loco -vnk” bedeutet, dass die Lokliste mit der F0-Taste der Lok Lokliste eingelesen wird, die Option -n bedeutet, dass die MS2 die neue Firmware V3.55 installiert hat. Für ältere Firmwares ist die Option -n zu entfernen.

Wenn die Datei clone-ms2-loco nicht im Verzeichnis /etc/init.d/ zu finden ist, dann sollte man sie von /root nach /etc/init.d kopieren und anschließend die Dateiberechtigungen auf Ausführbar (chmod 755 ) setzen! Abschließend setzt man in /etc/rc.d einen symbolischen Link mit dem Namen S99clone-ms2-loco auf die Datei /etc/init.d/clone-ms2-loco.

Um eine auf dem SRSEII gespeicherte Lokliste zu löschen und mit den Loks der aktuell angeschlossenen MS2 zu überschreiben, unterstützt der SRSEII neuerdings auch noch die Funktionstaste F4! Diese löscht die Datei Lokomotive.cs2 und liest die Lokliste von der MS2 neu ein!

F0 liest Lokliste von MS2 und fügt neue Loks in die lokomotive.cs2 ein.
F4 löscht die aktuelle Lokliste und liest die Lokliste von der MS2 neu ein.

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