DB 236 102-0 – LEDs und Glockenanker-Motor

Update: 03.09.2020

Dieses Modell der DB 236 102-0 stand nun schon ein paar Jahre in meinem Regal und wartete auf einen Umbau der Beleuchtung. Vom Vorbesitzer war ein Esu LokPilot V4 Decoder eingebaut worden und an die Stelle der zentralen Glühbirne hatte er eine kaltweiße LED verbaut. Das Gehäuse wurde leicht gealtert.

DB 236 102-0

Nun folgte ein Umbau des Spitzenlichts und ein Glockenanker-Motor wurde auch noch eingebaut.

Schon lange wollte ich die Beleuchtung auf Lichtwechsel mit roten Schlusslichtern umbauen und hatte eigentlich vorgesehen, dies über kleine Lochrasterplatinen zu realisieren, auf denen ich SMD-LEDs verlöte.

Nun bin ich doch einen anderen Weg gegangen und habe bedrahtete Duo-SMD-LEDs direkt hinter die Scheinwerfer-Öffnung geklebt. Den original-Lichtleiter habe ich entfernt und nur kleine Lichtleiterstummel in die Scheinwerfer gesetzt. Die Drähte der SMD-LEDs lassen sich recht gut in den Ecken des Gehäuses verlegen. Auf einer kleinen Lochrasterplatine, die ich in das Gehäuse geklebt habe, sind ein 5 kOhm (war-weiß) und ein 10 kOhm (rot) Widerstand verlötet.

hintere Verdrahtung der SMD-LEDs

Die auf dem Foto sichtbaren schwarzen Klebestreifen dienten in erster Linie dazu, die LED in Position zu halten, bis der UHU Plast Special Kleber vollständig abgebunden hat. Dieser Kleber hat den Vorteil, dass er glas-klar abbindet, während Sekundenkleber weiß ausblüht. Der Nachteil ist die lange Abbindedauer von über 5 Minuten. Die Klebestreifen können aber verbleiben, da sie nicht dick auftragen, die LED schützen und Lichteinfall nach innen verhindern.

Die Widerstandsplatine hat auch noch einen Klebestreifen bekommen, damit kein versehentlicher Kurzschluss zum Fahrgestell bzw. Motor entstehen kann.

Lochrasterplatine

Die Lochrasterplatine habe ich mit wie schon geschrieben zwei Widerständen bestückt. Es sind SMD-Widerstände der Bauform 1206. Mit 3,2 mm Länge überbrücken sie gerade ein Loch. Daher entferne ich auf der Platine genau einen Lötpunkt, damit beim Löten nicht versehentlicht Lötzinn unter den Widerstand fließt und über den überdeckten Lötpunkt ein Kurzschluss ausgelöst wird:

Lochrasterplatine

Und so sieht das dann mit verlöteten Widerständen und Anschlussdrähten aus:

Widerstandsplatine

Die hier verwendeten bedrahteten SMD-LEDs haben eine etwas ungewohnte Bedrahtung aus einem Drahtgeflecht und einem Glasfaserkern. Der Draht lässt sich gut biegen, das Löten ist aber eher schwierig.

Ergebnis

Und hier nun die Ansicht auf Vorder- und Rückseite:

Vorderseite – Spitzenlicht
Vorderseite – Rücklicht
Rückseite – Spitzenlicht
RückseiteRücklicht

Funktionsmapping

Das Funktionsmapping gestaltet sich recht einfach, da nur ein Esu LokPilot V4 verbaut ist. Ich habe mein bevorzugtes Mapping eingestellt:

  • F0: LV/AUX1 – Spitzen-/Schlusslicht vorne mit Fahrtrichtung wechselnd
  • F1: LR/AUX2 – Spitzen-/Schlusslicht hinten mit Fahrtrichtung wechselnd
  • F3: Rangiergang
  • F4: ABV aus

Die Belegung vom Spitzen-/Schlusslicht ist sehr praktisch, wenn man die Lok im Wendezugbetrieb einsetzt oder auch bei Rangierfahrten etc. Da kann man dann einfach das Licht auf nur der Lokseite aktivieren, die vom Zug wegzeigt und das Licht wechselt automatisch zwischen rot und weiß. Die dem Zug zugewandte Seite bleibt dunkel.

Wer mag kann natürlich noch dem Rangiergang das Rangierlicht (beidseitig weiß) zuordnen.

Glockenanker-Motor

Analog wie schon in meinem Bericht V5 175 SJ – Glockenanker-Motor für Märklin #3132 habe ich auch in die V 36 einen Glockenankermotor eingebaut. Der Motoradapter aus der V5 175 musste jedoch angepasst werden, da das Getriebegehäuse völlig anders aussieht. Der Motoradapter für den kleinen Scheibenkollektormotor (SCM)ist recht einfach gehalten:

Motoradapter für kleinen SCM-Motor

Für die V 36 mussten die Bohrungen für die Schrauben neu gesetzt aber vor allem musste der linke Rand angepasst werden:

Motoradapter für DCM-Motor der V 36

Nach zwei Versuchen war dann endlich die endgültige Form gefunden, wobei am linken unteren Bohrloch noch etwas händisch nachgearbeitet werden musste.

Hier ein paar Bilder vom eingebauten Zustand:

Die Nase muss sehr knapp abgefeilt werden, damit sie in die Aussparung passt
Draufsicht – viel Platz rechts vom Motor
Rechts im Bild der HighCap vom Esu PowerPack

Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend, die Stromaufnahme vom Motor liegt bei Vmax auf dem Rollenprüfstand bei ca. 70 mA. Die Geräuschentwicklung ist deutlich geringer als beim 5-poligen HLA-Motor und die verfügbare Leistung ist völlig ausreichend. Mit dem Daumen schaffe ich es nicht, ein Antriebsrad zum Stillstand abzubremsen.

Demo-Video – Erst mit HLA-Motor, dann Glockenankermotor

Download

Hier sind die Dateien für den Motoradapter als Download bereitgestellt, ein Mal als STL-Datei für den direkten Druck und als FreeCAD-Modell, wenn man noch etwas daran ändern möchte:

MotortypDateitypLinkDemo-Video
kleiner ScheibenkollektorSTLDownloadVideo-Link V60
kleiner ScheibenkollektorFreeCADDownloadVideo-Link V5 175 SJ
Trommelkollektor für V36STLDownloadVideo-Link V 36
Trommelkollektor für V36FreeCADDownload

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