VT 133 009 – Schweineschnäuzchen

VT 133 009

Bei diesem VT 133 009 handelt es sich um ein Modell von Märklin, welches in Zusammenarbeit mit Bemo entstanden ist. Von Bemo erscheint eine Neuauflage in Q2/2021 in Spur H0e, H0m und H0.
Der Märklin VT 133 hat die Artikelnummer 34231 und ist mit einem sehr einfachen Deltadecoder mit 4-DIP-Schalter für die Adresseinstellung ausgestattet. Delta-Decoder zeichnen sich besonders durch ihre schlechten Fahreigenschaften aus. Aber nicht nur das, Märklin und Bemo verzichteten bei diesem Modell leider auch auf eine Beleuchtung des Spitzenlichts. Und klar, von Sound müssen wir gar nicht reden. Also gleich mehrere Gründe, dieses Modell einem gründlichen Umbau zu unterziehen!

Hat man das Kunststoffgehäuse entfernt, wozu man am besten vier kleine Schraubenzieher und vier Hände benutzt, um es an den vier Stellen mit Rastnasen auseinanderzuspreizen, dann erblickt man die große Hauptplatine, die etwa bis unter die Fensterunterkante ragt.

Hauptplatine mit Delta-Decoder

Hier noch eine Ansicht der ausgebauten Platine von beiden Seiten:

Oberseite
Unterseite

Die Hauptplatine erfüllt aber auch die Funktion, den Motor und die Getriebeabdeckungen vorne und hinten in Position zu halten. Daher wird die Hauptplatine wiederverwendet. Um aber Platz zu schaffen und die Leiterbahnen nachverfolgen zu können, entferne ich alle Bauteile. Das geht am schnellsten mit einem Lötfön. Danach steht man vor einem Trümmerhaufen:

Lokplatine und Einzelteile

Da die Platine wiederverwendet werden soll, bietet es sich an, die vorhandenen Leiterbahnen einem neuen Zweck zuzuführen. Dazu muss man natürlich wissen, was der kleine VT 133 nach dem Umbau können soll:

  • untere Spitzenlichter mit Lichtwechsel weiß/rot jeweils an den Ecken der Platine
  • Sound
  • optional Anschlüsse für U+ und GND für eine Pufferschaltung

Eingesetzt werden soll ein Doehler&Haass SD10A-3 Sounddecoder mit Anschlussdrähten.

Platinenanalyse mit den neuen Aufgaben der Leiterbahnen

In die Platinendarstellung habe ich gleich auch die Vorwiderstände für die Duo-LEDs eingeplant. Dazu muss an der einen oder anderen Stelle eine Lücke in eine Leiterbahn geschnitten werden, um einen SMD-Widerstand einlöten zu können. Außerdem werden 3 Brücken und drei kleine Kabelverbindungen benötigt.

Hinweis

Die Drossel in der Zuleitung vom Gleis (im oberen Bild unten rechts vom großen Ausschnitt) hat mit 100µH und ca. 2 Ohm Innenwiderstand einen zu großen Einfluss auf die Gleisspannung, so dass eine Rückmeldung über BiDi nicht funktioniert. Der D&H-Decoder ließ sich nicht über BiDi auslesen und auch ein Firmware oder Soundupdate war möglich. Daher musste ich die Drossel überbrücken. Man sollte sie also durch eine Drossel mit kleinerem Wert, z.B. die standradmäßig von Märklin verbaute mit 3,9µH ersetzen.

Spitzenlicht

Auf einzeln schaltbare Schlusslichter habe ich verzichtet, da der VT 133 keine Waggons ziehen kann. Also reicht es aus, die Schlusslichter mit dem Spitzenlicht der Gegenseite zu schalten. Die weißen LEDs haben 5.1 kOhm Vorwiderstand bekommen, die roten zusätzlich nochmal 2.7 kOhm, also insgesamt 7,8 kOhm.

Die LEDs können fliegend verdrahtet werden und anschließend in Position gebogen werden. Die bedrahteten Duo-LEDs, die ich mal günstig in China bestellt hatte, lassen sich relativ gut in Position biegen. Der silberne Draht, der um eine Glasfaser gewickelt ist, lässt sich dafür umso schlechter löten!

Nach dem Einbau der Platine halten kleine Schaumstoffwürfel die LED in Position, die man in etwa abschätzen kann.

LEDs und mit Farbe abgedunkelte Platine

Nach dem ersten Zusammenbau zeigte sich, dass das Gehäuse vor allem im oberen Bereich zum Durchscheinen neigt. Auch die Hauptplatine leuchtet grünlich. Daher habe ich das Gehäuse und die Platine von innen mit Acrylfarbe schwarz angestrichen.

Schwarze Farbe um das Durchscheinen zu reduzieren

Den Decoder habe ich mit etwas Montageklebeband längs auf die Platine geklebt. Die Anschlussdrähte sollte man möglichst kurz wählen, umso weniger Drähte sind später durchs Fenster zu sehen.

Hauptplatine nach dem Umbau mit D&H SD10A-3 Sounddecoder

Zuerst hatte ich vorgehabt, den Lautsprecher rechts im Bild oben auf die Platine zu kleben. Dort stört aber von oben eine Schraube, die unterm Dach das Bleigewicht festhält. Da dann auch noch meine letzte kleine Schallkapsel bzw. der daran festgeklebte Lautsprecher defekt war, habe ich schließlich den langen mSD/3-Lautsprecher unters Dach geklebt.

Lautsprecher unterm Dach

So fällt zumindest der Lautsprecher nicht sehr auf.

Alles wieder zusammengesetzt erstrahlt das kleine Schweineschnäuzchen mit Licht und Sound:

Puffer-Schaltung

Auf meinem alten M-Gleis kommt es auf Weichen zu Kontaktproblemen. Aus meiner Fleischmann E 60 hatte ich ja den BestCap Elko mit 15.000µF@5.5V ausgebaut. Den habe ich nun mit einer SuperCap-Ladeschaltung in den VT 133 eingebaut. Das wirkt wunder!

Unter dem Dachaufbau ist ja ein Zusatzgewicht angeschraubt, hat das der Bemo VT 133 auch?

Jedenfalls hat das Zusatzgewicht viel Platz weggenommen. Daher habe ich es jetzt einfach ausgebaut. Das bringt viel Platz, wahrscheinlich könnte ich da sogar noch den SD10A3 unterbringen, so dass der Durchblick weitestgehend wieder gegeben wäre. Das werde ich am Wochenende noch ausprobieren. Viel ziehen können muss der VT 133 eh nicht und das Fahrwerk hat auch schon etwas Gewicht.

So kommt der VT 133 mit dem Puffer mit Licht und Sound sogar über meine alten M-Gleis-Weichen.

Weiterführende Links

Please follow and like us:

2 Kommentare

  1. Guten Tag,
    das alles gefällt sehr. Wenn ich mich nicht irre, ist das Gehäuse von Bemo. Ist dieser Umbau auch in HOm 2L= möglich? Wenn ja: Was würde das kosten?
    Beste Grüße
    Herbert Feilke

    1. Hallo Herr Feilke,
      ja, das Gehäuse scheint von Bemo zu sein. Aber das Fahrwerk unterscheidet sich deutlich. Von Bemo gab es wohl drei verschiedene Versionen. Daher ist auch nicht klar, ob man die Beleuchtung in gleicher Weise einbauen kann/muss.

      Wenn Sie mir die Bemo Artikelnummer zukommen lassen, kann ich mir das aber mal anschauen.

      Von Bemo kommt übrigens in Q2/2021 eine Neuauflage raus mit einem neuen 5-Pol-Motor.

      Gruß,
      Moritz Kürten

Schreibe einen Kommentar zu Herbert Ernst Feilke Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.