Roco E10 472 – 43843 – Umbau auf Glockenanker-Doppel-Motor

Update: 02. August 2020

Ich habe hier eine Roco E10 mit einem defekten Motor. Ich habe, die Lok auf Doppel-Motor mit zwei Glockenanker-Motoren umgebaut.

https://modellbauhuette.dettenbachtal.de/wp-content/uploads/2020/07/IMG_20200730_215738-644x206.jpg
Zwei Glockenanker-Motoren in der E10 – nur Passprobe

Für die beiden Motoren soll eine Adapterschale gedruckt werden, in die die Motoren geklemmt werden, um optimal auf die Achse der Drehgestelle ausgerichtet zu sein. Außerdem können die Motoren dann längs auf den richtigen Abstand für die Kardanwellen positioniert werden. Das wird dann in etwa so aussehen, nur länger für beide Motoren zusammen:

Motoradapter 3D-Druck

Die beiden Schwungmassen stammen vom Originalmotor und sind auf die Motorwellen der beiden Motoren aufgeschrumpft (mit Schrumpfschlauch). Das ist erst mal die schnelle Lösung, um die Machbarkeit zu testen. Ggf. wären Adapterhülsen von 1,5 mm auf 2,0 mm die bessere Wahl.

Der Umbau wird mit ca. 6 € für die beiden Motoren zu Buche schlagen. Der Original Roco-Motor liegt bei ca. 40€.

Schwungmassen vollständig aufgeschoben

So sieht der 3D-Entwurf der Adapterschale aus.

FreeCAD 3D-Entwurf Motoradapter
Vorbereiten des 3D-Drucks in Cura, der Slicersoftware
3D-Druck in Betrieb

Der Adapter passt perfekt!

Adapterschale eingebaut

Die Motoren können in Längsrichtung verschoben werden, um den optimalen Abstand für die Kardanwellen einzustellen.

Mit einem Esu LokPilot V4 erreicht die Lok eine Vmax von 200 km/h. Daher musste ich CV53 und CV5 entsprechend anpassen, so dass sie jetzt vorbildgerecht 150 km/h erreicht. Die Langsamfahreigenschaften sind hervorragend. Die zwei Motoren arbeiten eben nicht gegeneinander sondern regeln sich gegenseitig. Wenn ein Motor abgebremst wird, läuft der andere schneller, unterstützt also den anderen. Es ist absolut kein Ruckeln zu sehen.

Die Stromaufnahme bei Vmax liegt zwischen 100 und 150 mA. Halte ich den Zug mit der Hand an, um einen schweren Zug zu simulieren, kommt die Lok ins Schleudern. Die beiden Motoren sind zusammen so stark, dass sie nicht ausgebremst werden. Das würde bei einem schwereren Gehäuse und entsprechend mehr last auf den Rädern anders aussehen.

Das Fahrgeräusch ist im unteren und mittleren Bereich ruhig, wird vom Schleifer übertönt, den ich noch gegen einen Flüsterschleifer ersetzen muss. Bei hohen Geschwindigkeiten hört man die Motoren brummen, das Kunststoffgehäuse dient hier als Resonator. Das könnte durch Passhülsen evtl. besser werden, sollten Schwingungen der Schwungmassen die Ursache sein.

Demo-Video nach dem Umbau
Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.