Märklin Einheitsmesswagen 49960 – Umbau auf DCC-Decoder

Der Märklin Einheitsmesswagen 49960 ist mit einem alten Decoder ausgestattet, der nur das Motorola-Protokoll MM1 versteht. Zentralen wie die MS2 können den Einheitsmesswagen daher nicht ansteuern. Im Bericht wird der Umbau auf einen herkömmlichen DCC-Funktionsdecoder und der Einbau einer schaltbaren Beleuchtung des Spitzensignals mit Lichtwechsel gezeigt.

Umsetzung
Der MM1-Decoder ist auf der Hauptsteuerungsplatine aufgelötet. Mit einem DIP-Schalter lassen sich die Adressen einstellen. Das Problem ist, dass es nicht so einfach ist, hier einen anderen Funktionsdecoder einzubauen. Zum Glück hat hier Peter Storck schon reichlich Vorarbeit geleistet und herausgefunden, welche Bauelemente zu entfernen sind und wie man einen neuen Decoder einbauen kann. Dazu verweise ich auf seinen tollen Umbaubericht: http://donaupeter.de/moba/Messwagen/messwagen.htm

Nachdem ich eine entsprechende Adapterplatine bekommen hatte (Danke Peter!), habe ich mich an das Auslöten des DIP-Schalters und des Decoderbausteins gemacht. Ohne Entlötpumpe keine leichte Aufgabe, Entlötlitze ist nicht so effektiv. Ich habe schließlich mit einer Laubsäge den Decoderbaustein an den Füßchen abgesägt und danach die Füße einzeln ausgelötet.

Die beiden Bilder zeigen die Adapterplatine, die an die Stelle von dem Mäuseklavier und des Originaldecoderbausteins gewandert ist. Der Decoder findet hinter der Hauptplatine Platz:

Lichtwechsel rot-weiß
Auf der Führerstandsseite ist wie beim Vorbild ein 3-Licht Spitzensignal eingebaut, welches weiß leuchtet.

Der Lichtleiter führt zu allen drei Lampen und wird von einer Glühbirne versorgt:

Um den Lichtleiter mit rotem Schlusslicht zu versorgen, habe ich jeweils eine rote Mini-SMD an den linken und rechten unteren Lichtleiterarm geklebt. Die Stelle muss natürlich vorher abgeschliffen werden, da sie hier lackiert ist.

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Das Schlusslicht scheint etwas ins obere Spitzenlicht hinein.

Inzwischen habe ich das Schlusslicht noch gedimmt, so dass das Überscheinen auf das obere Spitzenlicht nicht mehr so stark auffällt.

Die Funktionen:

Geschwindigkeitsmessung

F1 = OFF
F2 = OFF
F3 = OFF
F4 = OFF

Messung in km/h (Vorbild)

F1 = OFF
F2 = OFF
F3 = ON
F4 = OFF

Messung in m/s (Modell)

Streckenmessung

F1 = ON
F2 = OFF
F3 = OFF
F4 = OFF

Maßeinheit km (Vorbild)

F1 = ON
F2 = OFF
F3 = ON
F4 = OFF

Maßeinheit m (Modell)

Zeit-Messung
F1 = OFF
F2 = ON
F3 = OFF
F4 = OFF

Maßeinheit Minuten (lang)

F1 = OFF
F2 = ON
F3 = OFF
F4 = OFF

Maßeinheit Sekunden (kurz)

Fahrzeit-Messung
F1 = ON
F2 = ON
F3 = OFF
F4 = OFF

Maßeinheit Stunden (Betriebsdauer)

F1 = ON
F2 = ON
F3 = ON
F4 = OFF

Maßeinheit Minuten (Fahrt)

Programmierung des Decoders
Eingebaut ist nun ein Tams Funktionsdecoder FD-R Extended. Der Decoder hat 6 schaltbare AUX-Ausgänge, 3 AUX-IN Eingänge für Hallsensoren oder Reedkontakte, Ansteuerung von Servos und einen einfachen Soundgenerator mit 4 Sounds. Der Tams hat mir jedoch einiges Kopfzerbrechen bereitet. AUX3-AUX6 sind per Default auf F1, F2, F5, F6 gemappt. Ansich kein Problem, einfach ummappen auf F1-F4.

Aber:
1. Das Programmieren ohne Last an den AUX-Ausgängen ist problematisch. Und die 4 Ausgänge zur Ansteuerung der Messfunktionen bilden keine ausreichende Last.
2. Offenbar hat die Firmware einen Bug. Denn es war mir nicht möglich, AUX4 auf F2 zu mappen. AUX4 blieb einfach tot, obwohl die CVs alle korrekt gesetzt waren. Daher verwende ich jetzt die Defaulteinstellung von F1, F2, F5 und F6 für die 4 Schaltfunktionen des Messwagens.

Sound Tams FD-R Extended
Da der Einheitsmesswagen reichlich Signalhörner auf seinem Dach trägt (insgesamt 5), bietet es sich geradezu an, die Soundfunktion des Funktionsdecoders zu verwenden. Ich habe den Sound mit einem Lautsprecher aus dem Märklin mSD Sounddecoder-Kit getestet. Leider ist der Klng mehr als enttäuschend! Mit einem dünnen Klang, vielleicht auch etwas synthetisch, hätte ich ja leben können bei dem Preis des Decoders. Leider ist das, was aus dem Lautsprecher herauskommt mit Krächzen und Knacksen verbunden, selbst wenn man die Lautstärke stark herabsetzt. Ich habe den Decoder auch solo am Kabel nur mit Lautsprecher, Drossel (mitgeliefert) und Stützelko (ebenfalls mitgeliefert) getestet, ändert aber nichts am Klang.

Also leider muss ich sagen, dass der Klang des Tams FD-R Extended nicht schlecht klingt, nicht mäßig ist, nein er ist leider unbeschreiblich unbenutzbar! Naja, benutzen werde ich ihn trotzdem, wenn ich einen passenden kleinen Lautsprecher gefunden habe.

Und dann gibt es ja noch ein Video, noch ohne Gehäuse:

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