Ladeschaltung von Fischer-Modell für BR 218

Die BR 218 von Märklin ist unter der Artikelnummer 39180 und 39183 mit SoftDrive Sinus Motor 2007 auf den Markt gekommen. Trotz ihres Alters ist es ein immer noch gefragtes Modell, nicht zuletzt wegen dem innovativen und einzigartigen SoftDrive Sinus-Motors. In diesem Artikel zeige ich, wie man dieses Modell mit einer Ladeschaltung von Fischer-Modell ausrüsten kann.

Märklin 218 231-9 – Artikelnummer 39180

Gerade die Sinus-Modelle aber auch vor allem Modelle mit Sounddecoder profitieren von einer Pufferschaltung, die kleine Aussetzer der Versorgungsspannung, z.B. durch verschmutzte Gleise oder im Bereich von Weichen, überbrücken. Hier gibt es verschiedene Ansätze, wie man die Pufferung realisiert.

Ich baue normalerweise eine einfache Pufferschaltung aus einem Elko, Ladewiderstand und Schottky-Diode ein. Das ist einfach und günstig, wenn auch nicht so effektiv. Zudem kann es insbesondere bei DCC-Decodern zu Problemen bei der Programmierung geben. Bei mfx-Decodern stört die Pufferschaltung i.d.R. nicht.

Einfache Pufferschaltung aus Widerstand, Schottky-Diode und Elko

Die beste Lösung sind sogenannte PowerPacks. wie man sie z.B. von Doehler&Haass, Esu, Lenz oder Märklin bekommt. Mit Preisen zwischen 30 und 40 Euro sind diese PowerPacks so teuer wie ein Lokdecoder. Dafür sind diese PowerPacks teilweise sogar über die SUSI-Schnittstelle programmierbar und bieten eine enorme Pufferleistung von auf 18V Gleisspannung umgerechnet ca. 100.000 µF, die durch ein oder zwei SuperCaps mit ca. 1 F Kapazität an 2,5 oder 5 V realisiert wird. Das Esu-PowerPack ist jedoch nur mit Esu-Decodern verwendbar und muss direkt am Decoder angelötet werden! Die PowerPacks von Doehler&Haass und Märklin sind mit allen Decodern einsetzbar.

Fischer-Modell Ladeschaltung

Preislich dazwischen bietet Fischer-Modell eine kleine Ladeschaltung, die die Programmierprobleme der einfachen Ladeschaltung behebt und zudem mit 16V Tantal-Kondensatoren arbeitet. Sie kostet 8 Euro pro Stück.

Fischer-Modell Ladeschaltung Unterseite / Oberseite

Auf der Oberseite ist Platz für zwei Tantal-Kondensatoren, die auf entsprechende Lötpads selber aufgelötet werden müssen. Auf der Unterseite ist nochmal Platz für drei weitere Kondensatoren. Unten sind entsprechende typische Bestückungsvarianten zu sehen:

Bestückung mit 2 x 220µF
Bestückung oben mit 5 x 220µF, unten 2 x 220µF

Insgesamt kann man auf einer Platine also 1.100 µF platzieren. In einem Märklin Lint habe ich an eine Platine mit 3 x 220 µF ein weiteres Paket aus 4 x 220 µF angeschlossen, also insgesamt 1.540 µF.

Die Kosten für fünf Tantal-Kondensatoren betragen ca. 6 Euro.

Anschluss der Ladeschaltung

Grundsätzlich schließt man eine Pufferschaltung an die Decoderspannung U+ und GND an. leider führen nicht alle Lokplatinen diese Pole auf Lötpunkte heraus. U+ ist gewöhnlich die Rückleitung für die Verbraucher an AUX (blaues Kabel nach DCC-Norm, orangenes Kabel nach Märklin-Farbschema). Schwieriger ist es aber mit GND, weil GND nur Decoder-intern benötigt wird und dem Potential der AUX-Anschlüsse entspricht. Decoder-Adapterplatinen von Doehler&Haass, Esu oder Märklin führen GND auf Lötpads heraus. Bei Lokplatinen ab Werk ist das aber meist nicht der Fall. Hier hilft dann nur eine Analyse der Platinenbeschaltung.

Märklin BR 218 – #39180

Bei der Märklin 39180 findet man GND leider nicht dokumentiert. Eine Analyse der Platine hat mich aber zu der Vermutung veranlasst, dass GND links von diesem Kondensator anliegt und diese Leitung sogar auf ein Lötpad herausgeführt wird:

GND links vom Kondensator / Lötpad

U+ kann an einem der Anschlüsse für die LED-Beleuchtungsplatinen abgegriffen werden, so dass die Platine dann so erweitert ausschaut:

Fischer-Modell Pufferschaltung an GND und U+

Bei der 218 231-9 von Märklin findet man unter der Hauptplatine genügend Platz, um die in einen Schrumpfschlauch geschrumpfte Pufferschaltung unterzubringen:

Fischer-Modell Pufferschaltung unter Hauptplatine

Ich habe aus einem Stück Plastik einer Eisschachtel eine kleine Platte geschnitten, die ich wie oben auf dem Bild zu sehen als Ablage für die Ladeschaltung verwende. Sie ist mit beidseitigem Montageklebeband auf den Kunststoffrahmen geklebt.

Vorteile der Fischer-Modell Ladeschaltung

  • Anschluss von 16V-Kondensatoren
  • dadurch geringere Baugröße der Elkos möglich
  • Spannungsbegrenzung schützt die Kondensatoren vor Überspannung
  • Betrieb bis 20 V Gleisspannung
  • Dank einer integrierten Drossel kann der Decoder trotz Ladeschaltung programmiert werden. Auch Sounddateien können ohne Probleme auf Sounddecoder übertragen werden.

Diese Ladeschaltung mit 5 Tantal-Kondesatoren (5 x 220 µF) kommt auf insgesamt 13,95 Euro.

Bezugsquellen

Fischer-Modell: https://www.fischer-modell.de

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