Brawa E 95 01 – Soundumbau

Bei dem hier gezeigten Umbau handelt es sich um eine E 95 01 von Brawa, allerdings nicht aus der aktuellen Neuauflage sondern um das Premium-Modell #0241, welches von 1999 bis 2005 verlauft wurde.

Die wesentlichen Unterschiede zum aktuellen Modell:

  • 8-polige Decoderschnittstelle nach NEM 652
  • zwei offene, 5-polige, schräggenutete Motoren
  • Spitzenlicht mit Micro-Glühlämpchen
  • nicht für Soundvorbereitet

In der E 95 ist erstaunlich wenig Platz! Da das Gehäuse leider aus Kunststoff, dafür aber sehr fein detailliert ist, hat Brawa den Platz für ein schweres Zinkdruckguss-Chassis verwendet. Nur an der Spitze ist Platz für einen Umschalter oder einen Decoder. Hier muss auch der Lautsprecher Platz finden.

Ich habe mich für eine kleine, platzsparende MTC21-Adapterplatine von DDoehler&Haass entschieden. Als Lautsprecher kommt ein LS1511 zum Einsatz, den ich bei https://www.austromodell.at einkaufe. Auch die verwendete Schallkapsel stammt von dort.

Um noch etwas Platz zu schaffen, habe ich den Leistungstransistor abgelötet und vor die Platine statt unter die Platine positioniert. So findet alles Platz, wenn auch nur knapp:

Der Decoder ist schräg kopfüber auf beidseitiges Montageklebeband gesetz. Im wesentlichen klebt die Decoderbuchse am Montageklebeband. Der Lautsprecher ist darüber positioniert, wobei er seitlich am Montageklebeband klebt und nach oben gegen Kontakt kit der Platine durch die Anschlusskabel geschützt ist. Nach vorne und seitlich wird das Kunststoffgehäuse alles in Position halten.

Der Sounddecoder ist ein Doehler&Haass SD21A-4, bei der neuen Generation der E95 von Brawa kommt ein Doehler&Haass SD22A-4 zum Einsatz, also die PluX22-Version. Daher gibt es auch ein schönes Soundprojekt für die E 95, welches die Österreichische Soundschmiede LeoSoundLab kreiert hat.

Und so klingt das:

Hier die Belegung der Funktionstasten:

Update

Im Video sieht man, dass die einzelne angetriebene Achse deutlich früher losdreht als die drei rechten Antriebsachsen. Meine Hoffnung, dass sich das im Fahrbetrieb weniger stark bemerkbar macht, hat sich leider nicht erfüllt. Daher habe ich die Lok nochmal umgebaut.

Im vorderen Lokteil habe ich den Motor entfernt, außerdem die Schnecke vom Getriebe. Die Antriebsachse mit Haftreifen habe ich mit der ersten Achse der zweiten Lokhälfte getauscht. An die Stelle des Motors in der vorderen Lok habe ich einen zusätzlichen, größeren Lautsprecher parallel zum kleinen eingebaut.

Hier ist der Motor schon ausgebaut. Damit die Antriebsachse frei drehen kann, muss noch die Schnecke entfernt werden, die von einem kleinen Kunststoffkäfig gehalten wird. 

Der zweite Lautsprecher ist parallel zum ersten angeschlossen: 

Den zweiten Lautsprecher mit 13x18mm habe ich auf eine 8mm hohe Schallkapsel geklebt. 

Puffer-Elko

Durch den Wegfall des zweiten Motors bietet es sich an, den Platz zu nutzen. Entsprechend habe ich mir die vordere Lokhälfte nochmals vorgenommen, um ein Elko-Pufferpaket einzubauen.

Die Grundschaltung besteht aus einem Ladewiderstand, einer Schottky-Diode und einem Elko, die wie dargestellt zusammengeschaltet und an Decoder-Plus (U+) und Decoder-Minus (GND) angeschlossen werden.

Grundschaltung Elko-Decoderpufferung

Da der freie Platz recht groß ist, hatte ich erst einen 3.300µF-Elko gewählt:

3.300µF Elko

Was ich nicht bedacht hatte, dass im vorderen Bereich just die NEM652-Schnittstelle ihre Kontakte nach unten streckt und so die Hauptplatine nicht mehr auf den Rahmen passt. Also habe ich zwei 1.000µF-Elkos parallel geschaltet genommen, die bauen etwas kürzer und passen nebeneinander in die Lok:

Parallelschaltung von zwei Elkos zu je 1.000µF

Beachte: Bei Elkos gilt bei der Parallelschaltung, die Kapazität addiert sich, die Spannungsfestigkeit bleibt gleich. Bei Reihenschaltung berechnet sich die Gesamtkapazität wie bei einer Parallelschaltung von Widerständen!

Decoder-Minus (GND) ist nicht auf die NEM652-Schnittstelle herausgeführt, liegt aber an einem Lötpunkt der Doehler&Haass MTC21-Adapterplatine an. Dort habe ich das braune Kabel angelötet, welches zum Minus-Pol des Elko-Pakets führt.

Decoder-Plus (U+) kann auf der Hauptplatine abgegriffen werden, weil U+ an der NEM652-Schnittstelle anliegt. Am einfachsten ist U+ wie im folgenden Bild dargestellt an der Oberseite an der großen Diode abgreifbar (orangenes Kabel):

Decoder-Plus an Diode der Spitzenlicht-Schaltung abgreifen

Alles zusammengebaut sieht das dann so aus und kleine Spannungsaussetzer werden zuverlässig gepuffert, auch wenn die Kapazität nicht so effektiv ist wie ein PowerPack, wie es sie von Esu, Doehler&Haas oder Märklin inzwischen gibt. Dafür liegt der Preis dieser kleinen Lösung mit ca. 2€ Materialkosten auch deutlich niedriger als die PowerPacks, die ab ca. 40€ zu bekommen sind.

Hier eine kurze Demo, wie der Sound gepuffert wird, wenn man kurz die Spannung unterbricht:

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