Digital-Umbau mit Sound und LED – Roco ET 485 (AC)

Im folgenden Beitrag zeige ich den Umbau eines Roco ET 485 für Märklin AC analog auf Digital-Betrieb mit Sound und LED-Innenbeleuchtung, LED-Spitzenlicht mit Lichtwechsel weiß/rot und LED-Führerstandsbeleuchtung.

Roco ET 485

Den Anfang hat nun der Beiwagen 885 615-2 gemacht, der im ersten Schritt eine LED-Innenbeleuchtung erhalten hat an Stelle der Soffitte in der Wagenmitte. Die Digitalspannung wird mit einem Gleichrichter in Gleichspannung umgewandelt, diese wiederum mit einem Stützkondensator gepuffert.

Der Gleichrichter ist auf dem “Dachboden untergebracht, in die Zuleitung habe ich einen 100Ohm Widerstand gelötet. Hinter dem Gleichrichter ist der 470µF-Elko geschaltet, dahinter ein 1,65kOhm-Widerstand. Die Gesamtstromaufnahme der Innenbeleuchtung liegt somit bei maximal ca. 10mA bzw. 0,2W an 18 Volt!

Der LED-Streifen enthält 9 Warmweiße LEDs, 4 leuchten in den vorderen Bereich, 4 in den hinteren und eine in der Mitte, wo die Soffitte-Birne eingebaut war.

Das Licht leuchtet weiterhin angenehm warm.

Wenn ich das Gleis stromlos schalte, leuchten die LEDs ca 3 Sekunden kontinuierlich dunkler werdend nach. Genug Puffer also, um kleine Kontaktprobleme auf dem Gleis locker zu überbrücken. Wenn ich den Wagen von den Gleisen nehme, dann leuchten die LEDs sogar über 30 Sekunden lang nach!

Von unten sieht man schön die LEDs leuchten, als ob es Glühlampen an der Wagendecke wären:

Das Stirnlicht ist noch “analog” beleuchtet. Da plane ich aber den Einbau von rot/weiß-LEDs, die dann über einen Funktionsdecoder umgeschaltet werden können. Der Funktionsdecoder wird dann auch die Innenbeleuchtung schalten können.

Weiter geht es außerdem natürlich mit dem Triebwagen. Dafür habe ich einen Märklin mSD Sounddecoder vorgesehen. Mit 60-65€ ist der zusammen mit mtc21-Platine und 2 Lautsprechern preislich akzeptabel.

Weiter geht es mit dem Umbau des Triebwagens:

  • Die Innenbeleuchtung habe ich als LED-Streifen auf eine Lochrasterplatine geklebt. Die Lochrasterplatine wird außerdem für die Verdrahtung des Spitzensignals und Schlußlichts verwendet.

Das sieht doch schon viel ordentlicher aus, auch hat Schrumpfschlauch Einzug gehalten!

  • Und so sieht im Rohbau die Führerstandbeleuchtung aus:

Für die Führerstandbeleuchtung kommt eine 1,8mm kleine warm-weiße LED zum Einsatz.

Etwas problematisch ist die Fülle an Kabeln, die unter das Dach führen, mittelfristig muss ich da eine 7-polige Steckverbindung basteln, damit man das Dach und das Oberteil abnehmen kann.

Entsprechend sieht das Kabelwirrwarr im Moment noch aus:

An Licht-Funktionen besitz der ET 485 nun:

  • Spitzenlicht weiß, beidseitig
  • Schlusslicht rot, beidseitig, getrennt schaltbar
  • Innenbeleuchtung
  • Führerstandbeleuchtung in Führerstand 1

Das sind schon allein 6 Funktionsausgänge. Hier ein paar Bilder vom Führerstand 1 mit Spitzenlicht bzw. Schlußlicht, mal mit mal ohne Führerstandbeleuchtung. Da meine Kameras rotes LED-Licht nicht richtig wiedergeben, habe ich die Schlußbeleuchtung nachcoloriert:

Der Märklin mfx-Decoder mSD ist auf einen allgemeinen Elektrolok-Sound eingestellt und enthält 10 Geräusche. Der Lautsprecher befindet sich auf Höhe der hinteren Einstiege. Die Fenster der Türen sind offen, so dass der Ton recht ungehindert laut und deutlich nach draußen dringt. Insgesamt sind aktuell 16 Funktionen abrufbar. Das Schlußlicht wird noch programmiert, so dass es automatisch mit der Fahrtrichtung wechselt.

Den Märklin mSD Sounddecoder habe ich letztlich umprogrammiert. mfx wurde deaktiviert, der Decoder hört jetzt nur noch auf DCC. Bei der Gelegenheit habe ich dann auch gleich die F-Tasten neu belegt, wichtige Sounds (Pfeiffe, Schaffnerpfiff, Bahnhofsansage) auf die Funktionstasten F1 – F7 gelegt, weniger wichtige Funktionen, die nur selten verstellt werden (Schlußlicht, Lüftergeräusche, Bremsenquitschen aus, ABV etc.) auf die F8-F15. Die Schlusslichter wechseln nun auch mit der Fahrtrichtung, können aber auch abgeschaltet werden, wenn der ET485 mit Beiwagen fährt.

So sind nun alle wichtigen Funktionen direkt in der ersten Ebene der MS2 ohne Shift-Taste erreichbar. Die Symbole sind zugeordnet und natürlich am Ende alles auf eine weitere Lokkarte gesichert! Da ich der Lokkarte alle Einstellungen an jeder MS2/CS2 abrufen kann, benötige ich mfx nicht. Alle Funktionen und Symbolzuordnungen werden von der Lokkarte abgerufen.

mSD Funktionsmapping
Ich muss schon sagen, das Ummappen der Sounds auf andere Funktionstasten und die Zuordnung zu den AUX-Anschlüssen geht wirklich super leicht. Das System der mLD/mSD Decoder ist sehr durchdacht und einfach. Nach wenigen Minuten ist die Logik klar, wie man den F-Tasten einen anderen Sound oder einen AUX-Ausgang zuordnet. So klar und verständlich würde ich mir das von Esu auch wünschen.

Schleifer
Das Fahrverhalten war anfänglich etwas sehr enttäuschend. Das hatte zweierlei Gründe:

1. Die Kabel zu den Radschleifern für die Masseabnahme hatten sich an drei Lötkontakten gelöst. Hier hatte man offensichtlich etwas kalt gelötet bei Roco. Dem Kupferblech war nicht anzusehen, dass da mal etwas angelötet war! Ich habe die Kontaktflächen dann etwas blank geputzt und die Kabel neu angelötet.

2. Die Mittelschleifer-Federn waren sehr zusammengedrückt, so dass der Mittelschleifer sehr dicht am Boden anlag. Kontakt zu den Pukos war somit nicht immer sicher. Nachdem ich die Federn wieder etwas in Form gebogen habe, ist die Stromabnahme aber sehr gut, der ET 485 dreht munter seine Runden. Nur das Schleifergeräusch könnte löeiser sein. Daher überlege ich den Umbau mit dem Blechstreifen oder alternativ einen Schleifer von Liliput zu verwenden, wie er unter der E144 Dienst tut. Der ist nämlich sehr leise.

In einem späteren Umbauschritt hat der Beiwagen 885 eine Platine als Träger für den LED-Streifen bekommen. Ein freundlicher eBayer hatte mir drei unbestückte LED-Platinen in ein Paket gesteckt, sozusagen als Beifang. Da habe ich eine entsprechend gekürzt, den LED-Streifen draufgeklebt und so gleich für Ordnung gesorgt. Die Anschlussdrähte der LED-Beleuchtung habe ich durch zwei eigens dafür neu in die Platine gebohrte Löcher nach oben geführt. An Stelle der ehemals gelben habe ich nun sehr dünne schwarze Litze verwendet.

Ein Tams Funktionsdecoder wurde mit beidseitigem Montageklebeband auf die Platine geklebt, die Platine wiederum an drei Stellen dezent ebenfalls mit dem Montageklebeband fixiert. Und so sieht der Beiwagen nun unterm Dach aus:

Für den Beiwagen wurde selbstredend eine eigene Lokkarte bzw. besser gesagt Beiwagenkarte erstellt, damit man den Beiwagen schnell im Zugriff hat, möchte man Innenbeleuchtung, Schlusslicht oder Stirnlicht schalten.

Als nächstes sollte der Triebwagen eine Grundplatine bekommen, die ich aus einer Lochrasterplatine zurechtgeschnitten und mit der mtc21-Grundplatine versehen habe:

In den Führerstand 1 mit dem Zugführer wurde von oben ein kleines Loch in die Decke gebohrt und eine Führerstandsbeleuchtung eingebaut

Die mtc21-Adapterplatine ist reichlich mit Kabeln bestückt, allein 4 x orange für den Ub+ Rückleiter. Die werden ich in Schrumpfschlauch gebündelt nach oben unter das Dach geführt, einzig Motor und die Schleiferanschlüsse müssen natürlich nach unten.

Die Schleifer-Anschlüsse werden an der Lochrasterplatine angelötet und dann zusammengeschlossen.

Als Lautsprecher kommt eher der flache quadratische in Frage, den ich an einem Zugende an die Decke hängen werde. Im Bild oben ist das das linke Ende. Dort sind die Fenster in den Türen rausgefallen, die ich aber nicht wieder eingeklebt habe. So kann der Ton ungehindert nach draußen dringen, die Fenster sind halt runtergekurbelt.

Der ET 485 hat nun noch einen 1.100µF-Elko spendiert bekommen, der den mSD-Decoder bei Spannungsunterbrechungen zumindest kurzzeitig puffert. Ein Test mit Sound ergab, dass z.B. die Pfeiffe ohne Unterbrechung weiterpfeift, wenn ich an der MS2 kurz die STOP-Taste betätige. Die Innenbeleuchtung hat nochmal einen eigenen Puffer-Elko.

Außerdem durften ein paar Passagiere aus chinesischer Produktion einsteigen. Die viele Elektronik und Kabelage vermögen sie zwar nicht zu verdecken, aber etwas netter schaut es trotzdem aus.

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